VI Die vielen Kriege und ihre Folgen        zurück

Kriege haben für die Familien, die Länder und Völker immer schmerzhafte, manchmal auch katastrophale Folgen. Auch Deternerlehe blieb davon nicht verschont.

Bereits die Gründung des Ortes fiel in eine kriegerische Zeit. In dem Krieg gegen Preußen eroberte und besetzte Napoleon im Jahre 1806 Ostfriesland und machte es zu einer holländischen Provinz. Von 1811 bis 1813 gehörte dann ganz Holland mit Ostfriesland zu Frankreich. Danach wurde Ostfriesland bis 1815 wieder preußisch und gehörte ab 1815 zum Königreich Hannover. In dieser kurzen Zeit waren die ersten Siedler in Deternerlehe, erst preußische, dann holländische, dann französiche, anschließend wieder preußische und danach hannöversche Staatsangehörige.

An den Befreiungskriegen gegen Napoleon in den Jahren 1813/14 und 1815 nahmen die ersten beiden Siedler Dirk Deeken Grüssing und Deeke Hinrich Grüssing als Soldaten teil. Deeke Hinrich Grüssing wurde dabei am Bein schwer verwundet.

Tote gab es nicht zu beklagen.

An den folgenden Kriegen 1864, 1866 und1870/41 nahmen aus Deternerlehe teil:

                        Johann Gerdes Jütting
                       
Johann D. Hemken und
                        Gerd Hasselder

Sie kamen alle lebend aus diesen Kriegen zurück. Der einigen noch bekannte Johann Eilers hat zwar auch an diesen Kriegen teilgenommen. Er wohnte damals aber noch nicht in Deternerlehe.

Einen hohen Blutzoll mussten die Einwohner aus Deternerlehe dagegen in den beiden folgenden Weltkriegen zahlen.

Aus dem 1.Weltkrieg kehrten nicht zurück:

            Deeke Grüssing                       Albert Weerts
           
Wilhelm Voß                              Johann Heyn
           
Eilert Grüssing                           Franz Wilken
           
Renke Uffen                               Jürgen Uffen
           
Hermann Elsen                         Ibo Wilken
           
Hermann Braje                        Johann Rabenberg
           
Rikus Wilken                           Gerhard Backer
           
Anneus Uffen

Einige Familien traf es besonders hart. So hatten die Familien Wilken und Uffen gleich drei Söhne verloren.

Noch härter traf uns der 2.Weltkrieg.

Aus diesen Kriege kehrten nicht zurück:

            Hermann Hemken                    Hermann Schmidt
           
Hermannus Uffen                     Johann Ukena
           
Georg Uffen                            Hermann Blank
           
Wilhelm Hemken                     Klass Folkerts
           
Johann Woltermann                 Johann Bokelmann
           
Johann Feldhoff                       Hermann Frerichs
           
Garrelt Müller                          Enno Grüssing
           
Wilhelm Peters                     Johann Grüssing
           
Karl Müller                              Heinrich Müller
           
Focko Weerts                         Johann W. Hemken
           
Gerd Wieben                           Johann Hemken
           
Georg Apfeld                          Eilert Weerts
           
Georg Bokelmann                    Diedrich Bokelmann
           
Hinrich Bokelmann

 

Der Krieg war aber diesmal nicht nur eine Angelegenheit der Soldaten. Der Ort selbst wurde am Ende des Krieges Frontgebiet und von feindlicher Artillerie beschossen. Dabei wurde die bettlägerige Tjake Schmidt von einem Granatsplitter getroffen und ist an dieser Verwundung gestorben.

Schon vorher trauten sich die Menschen nicht mehr, ihre Häuser zu verlassen. Sie liefen Gefahr, bei der Arbeit auf dem Felde oder im Garten von englischen und vor allem amerikanischen Jagdflugzeugen beschossen zu werden. Manche Piloten machten sich offenbar einen Spaß daraus, die Menschen wie Hasen zu jagen. Manchem Bauern ist damals das Pferd vor dem Pflug erschossen worden.,